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Microsoft Copilot: Neue Funktionen, neue Oberfläche und nutzungsbasierte Kosten

Eine E-Mail vorbereiten, eine Präsentation erstellen oder Informationen aus mehreren Anwendungen zusammenführen: Microsoft Copilot soll künftig noch mehr dieser Arbeitsschritte in einer gemeinsamen Umgebung unterstützen. Dazu erweitert Microsoft die Copilot-App um eine neue Startseite, zusätzliche Office-Funktionen und Möglichkeiten zum Erstellen und Ausführen eigener Lösungen.

Für Unternehmen geht es dabei um mehr als eine neue Oberfläche. Ein Teil der angekündigten Funktionen ist in der Microsoft 365 Copilot-Nutzerlizenz enthalten, andere Funktionen werden nach Nutzung abgerechnet. Damit werden Zugriffssteuerung, Ausgabenrichtlinien und die Begleitung der Mitarbeitenden besonders wichtig.

Was ändert sich auf der Startseite der Copilot-App?

Die neue Startseite Home bringt Chat und Cowork auf einem Bildschirm zusammen. Nutzer können direkt im Eingabefeld zwischen beiden Bereichen wechseln. Die Einführung ist für Oktober zunächst im Rahmen von Frontier für Microsoft-365-Nutzer mit Zugriff auf die Copilot-App angekündigt.

Auch die linke Navigation wird angepasst:

  • Plugins ersetzt den bisherigen separaten Einstieg „Agents“, bei einigen Preview-Nutzern „Agents & Skills“, sowie den Bereich „Customize“ aus Cowork.
  • Automations zieht für Nutzer mit Cowork-Zugriff in die Home-Navigation um.

Für Mitarbeitende bedeutet das eine veränderte Orientierung innerhalb der App. Unternehmen sollten kurze Anleitungen und Schulungsunterlagen entsprechend aktualisieren, sobald die Änderungen in ihrer Umgebung verfügbar sind.

Welche Aufgaben kann Chat künftig übernehmen?

Microsoft kündigt an, dass Chat auch länger laufende, mehrstufige Wissensarbeit bearbeiten kann. Dazu gehören beispielsweise E-Mail-Entwürfe, die Verwaltung von Besprechungen, Arbeit in Teams sowie der Umgang mit Dateien in OneDrive und SharePoint. Auch das Finden von Personen und das Erstellen von Word-, PowerPoint-, Excel-, PDF- und HTML-Dateien werden genannt.

Sensible Aktionen erfordern eine Zustimmung des Nutzers. Laufende Aktivitäten lassen sich in der Ansicht „Tasks“ verfolgen und verwalten. Diese soll oben rechts in der Navigation der Copilot-App erreichbar sein. Die Funktionen sind für Nutzer mit Microsoft 365 Copilot-Lizenz vorgesehen und werden zunächst für Frontier angekündigt.

Zusätzlich soll Chat sichtbar machen, welche Skills bei der Erstellung einer Antwort verwendet werden. Das soll besser nachvollziehbar machen, wie Copilot zu einem Ergebnis kommt. Für diese Anzeige nennt Microsoft einen weltweiten Rollout ab Oktober.

Was steckt hinter Code und Autopilot?

Mit Code erhält die Copilot-App einen eigenen Bereich, in dem Nutzer mithilfe natürlicher Sprache beispielsweise Tracker, Dashboards und Apps erstellen können. Der Einstieg erfolgt über den Reiter „Code“ in der Navigation.

Code wird nutzungsbasiert abgerechnet. Voraussetzung sind laut Ankündigung eine Microsoft 365 Copilot-Lizenz und eine Ausgabenrichtlinie, die sogenannte Spending Policy. Die Einführung beginnt zunächst in Frontier.

Autopilot, bisher unter dem Namen „Scout“ geführt, wird als dauerhaft aktiver persönlicher Agent mit beständigem Kontext, Identität und Gedächtnis beschrieben. Auch hierfür ist ein eigener Navigationseintrag vorgesehen.

Für Autopilot gelten ebenfalls nutzungsbasierte Abrechnung sowie die Voraussetzung einer Microsoft 365 Copilot-Lizenz und einer Spending Policy. Ein konkreter Rollouttermin und Details zu den Administratoreinstellungen stehen in der bereitgestellten Ankündigung noch aus. Microsoft will diese Informationen ergänzen.

Wie kommen Word, Excel und PowerPoint in die Copilot-App?

Nutzer sollen Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien direkt in der Copilot-App erstellen, bearbeiten und gemeinsam mit anderen bearbeiten können. Copilot steht dabei neben dem Dokument zur Verfügung. Zuletzt verwendete Office-Dateien lassen sich über „Library“ in der Navigation aufrufen.

Für die Kosten ist der Zugangsweg entscheidend: Die über Chat aufgerufenen Office-Funktionen sind laut Ankündigung in der Microsoft 365 Copilot-Nutzerlizenz enthalten. Über Cowork aufgerufene Funktionen werden nutzungsbasiert abgerechnet.

Mitarbeitende sollten diesen Unterschied kennen, bevor sie neue Arbeitsabläufe übernehmen. Eine ähnliche Aufgabe kann je nach verwendetem Bereich einem anderen Abrechnungsmodell unterliegen.

Welche Rolle spielt Copilot Managed Runtime?

Copilot Managed Runtime ist eine Plattform zur Ausführung von Code innerhalb der Microsoft-365-Mandantengrenze unter IT-Governance. Sie soll Anwendungen unterstützen, die unter anderem mit Code, Cowork, Copilot Studio sowie unterstützten Kommandozeilen- und SDK-Werkzeugen erstellt werden.

Administratoren können diese Anwendungen im Microsoft 365 Admin Center verwalten. Microsoft beschreibt den Beginn der Einführung als öffentliche Vorschau.

Für Unternehmen entsteht damit eine zusätzliche Verwaltungsaufgabe: Wenn Fachbereiche eigene Anwendungen erstellen, sollten Verantwortlichkeiten, Zugriffe und der spätere Betrieb frühzeitig geklärt werden.

Was wird bei Copilot Notebooks erweitert?

Für Copilot Notebooks kündigt Microsoft mehrere Erweiterungen an:

  • Delegation von Aufgaben
  • Office-Bearbeitung und gemeinsame Zusammenarbeit
  • Erstellung von HTML-Berichten
  • Aktualisierungen bei Audiozusammenfassungen
  • Modellauswahl
  • Eine überarbeitete Benutzeroberfläche in der Copilot-App und in OneNote

Diese Neuerungen sind zunächst für Frontier vorgesehen. Welche davon bereits verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Rolloutstand ab.

Was bedeutet die allgemeine Verfügbarkeit in SharePoint und OneDrive?

Microsoft kündigt die allgemeine Verfügbarkeit von Copilot in SharePoint und Copilot in OneDrive an. Für beide gilt dieselbe grundsätzliche Lizenzstruktur: Alltägliche KI-Funktionen bleiben im beschriebenen Umfang der Microsoft 365 Copilot-Nutzerlizenz enthalten. Neue agentische Funktionen und die Arbeit in größerem Umfang werden über nutzungsbasierte Abrechnung und Copilot Credits ermöglicht.

Um die in der Nutzerlizenz enthaltenen Funktionen weiter zu verwenden, ist laut Ankündigung keine zusätzliche Aktion erforderlich. Den Zugang zu erweiterten SharePoint-Funktionen steuern Administratoren über Microsoft 365 Admin Center > Copilot > Cost Management.

Bestehende Kostenrichtlinien können neu hinzukommende Dienste automatisch einschließen. Unternehmen sollten deshalb prüfen, ob ihre bisherigen Richtlinien auch für die neuen Möglichkeiten passen.

Für SharePoint gibt es außerdem einen wichtigen Übergang: Bestehende PowerShell-Einstellungen zum Ausschluss von der öffentlichen Vorschau werden laut Ankündigung bis zum 1. November berücksichtigt. Danach soll die Verfügbarkeit über die KI-Einstellungen der SharePoint-Sites verwaltet werden.

Wie werden Dynamics 365 und Power Platform eingebunden?

Work IQ wird um Daten aus Dynamics 365 Sales, Dynamics 365 Customer Service und Power Platform erweitert. Dadurch soll Copilot Antworten und Aufgaben stärker auf Geschäfts- und Produktivitätsdaten stützen können. Die Erweiterung startet zunächst als öffentliche Vorschau.

Für Administratoren nennt Microsoft mehrere Stellen zur Konfiguration:

  • Power Platform Admin Center: Datenquellen aus Dynamics 365 und Power Platform für Copilot konfigurieren.
  • Microsoft 365 Admin Center > Copilot > Settings: Die Verfügbarkeit von Geschäftsanwendungen in Copilot verwalten.
  • Agents > Tools: Den Zugriff über das Work IQ Model Context Protocol, kurz MCP, verwalten.

Welche Funktionen sind enthalten und wo entstehen Nutzungskosten?

Die bereitgestellte Ankündigung unterscheidet folgende Zugangs- und Abrechnungsmodelle. Die Übersicht ersetzt keine Prüfung der konkreten Vertrags- und Lizenzbedingungen Ihres Unternehmens.

BereichAngekündigtes Modell
Office-Funktionen über ChatIn der Microsoft 365 Copilot-Nutzerlizenz enthalten.
Office-Funktionen über CoworkNutzungsbasierte Abrechnung.
Code und AutopilotMicrosoft 365 Copilot-Lizenz und Spending Policy erforderlich; nutzungsbasierte Abrechnung.
Copilot in SharePoint und OneDriveAlltägliche Funktionen im beschriebenen Lizenzumfang enthalten; neue agentische Funktionen und größerer Nutzungsumfang über Copilot Credits.

Für nutzungsbasiert abgerechnete Funktionen müssen Administratoren den Verbrauch von Copilot Credits ermöglichen und passende Spending Policies unter Copilot > Cost Management konfigurieren.

Was ändert sich bei Sichtbarkeit und Zugriffsanfragen?

Die Einstiegspunkte für Cowork, Code und Autopilot sollen Nutzern mit Microsoft 365 Copilot-Lizenz standardmäßig angezeigt werden. Ohne aktivierte Spending Policy können diese Nutzer die Funktionen jedoch nicht verwenden. Beim Anklicken erscheint stattdessen ein Hinweis zum Anfordern des Zugriffs oder zu weiteren Informationen.

Eine neue Einstellung im Microsoft 365 Admin Center legt fest, ob Nutzer ohne Spending Policy „Request Access“ oder „Learn More“ sehen. Administratoren können damit steuern, ob Nutzer Copilot Credits anfordern dürfen, und entsprechende Anfragen auch blockieren.

Die bisherige Einstellung „Allow users to discover and use AI experiences enabled by usage-based billing“ zum Ausblenden nutzungsbasiert abgerechneter Funktionen wird entfernt.

Standardmäßig sollen Enterprise-Nutzer ohne Spending Policy die Zugriffsanfrage sehen. Education-Nutzer erhalten einen „Learn More“-Link und können keinen Zugriff anfordern. Die Umstellung ist für Standardkunden im Oktober und für Kunden mit verzögerter Bereitstellung im November angekündigt.

Wann werden die Neuerungen verfügbar?

Es gibt keinen gemeinsamen Starttermin für alle Funktionen. Die Ankündigung kombiniert Frontier-Einführungen, öffentliche Vorschauen und allgemeine Verfügbarkeit.

  • Oktober: Home und die zugehörigen Navigationsänderungen in Frontier, weltweiter Beginn der Skill-Anzeige in Chat sowie die UI-Umstellung für Standardkunden.
  • November: Die UI-Umstellung für Kunden mit verzögerter Bereitstellung.
  • Öffentliche Vorschau: Managed Runtime beginnt laut Ankündigung bereits mit der Einführung; die Geschäftsanwendungen in Work IQ folgen im angekündigten Vorschauzeitraum.
  • Noch ohne konkreten Termin: Autopilot; weitere Angaben zu Rollout und Administratoreinstellungen sollen folgen.

Für mehrere weitere Funktionen verwendet die bereitgestellte Mitteilung die relative Zeitangabe „im weiteren Verlauf dieses Monats“. Dazu gehören unter anderem Code, die erweiterten Chat- und Office-Funktionen, Notebooks sowie die allgemeine Verfügbarkeit in SharePoint und OneDrive. Maßgeblich sind deshalb das Veröffentlichungsdatum und spätere Aktualisierungen der jeweiligen Message-Center-Mitteilung. Die Verfügbarkeit im eigenen Mandanten kann dem schrittweisen Rollout folgen.

Was sollten Unternehmen jetzt vorbereiten?

  • Kostenrichtlinien prüfen: Kontrollieren Sie Spending Policies, den vorgesehenen Credit-Verbrauch und den Umgang mit neu aufgenommenen Diensten.
  • Zugriffsanfragen festlegen: Entscheiden Sie, ob Mitarbeitende ohne Spending Policy Zugriff anfordern dürfen oder nur weitere Informationen erhalten sollen.
  • Support und Mitarbeitende informieren: Erklären Sie, dass ein sichtbarer Navigationseintrag noch keinen nutzbaren Zugang bedeutet und dass je nach Funktion unterschiedliche Kostenmodelle gelten.
  • SharePoint-Einstellungen vorbereiten: Berücksichtigen Sie den angekündigten Wechsel von den PowerShell-Opt-out-Einstellungen zu den KI-Einstellungen der Sites.
  • Datenquellen bewusst einbinden: Prüfen Sie Zuständigkeiten und Zugriffskonzepte für Dynamics 365 und Power Platform.
  • Neue Funktionen gezielt erproben: Wählen Sie konkrete Aufgaben für einen Pilotbetrieb und verfolgen Sie Nutzen, Ergebnisqualität und Verbrauch.

Die Erweiterungen eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, mit Copilot Inhalte zu bearbeiten, Aufgaben auszuführen und eigene Lösungen zu erstellen. Damit Unternehmen davon profitieren, sollten Funktionsumfang, Zugriff und Kosten gemeinsam betrachtet werden.

Sie möchten die neuen Copilot-Möglichkeiten für Ihr Unternehmen einordnen? Wir unterstützen Sie bei passenden Anwendungsszenarien, der Vorbereitung Ihrer Mitarbeitenden und klaren Spielregeln für den Einsatz in Ihrer Microsoft-365-Umgebung.

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