Verdächtige Teams-Meetings direkt melden: Neue Sicherheitsfunktion schützt Unternehmen vor Phishing und Betrug
Microsoft erweitert die Sicherheitsfunktionen in Microsoft Teams um eine neue Möglichkeit, verdächtige Meetings direkt zu melden. Mit der neuen Funktion „Report a meeting“ können Teilnehmende während oder nach einer Besprechung potenziell schädliche Aktivitäten an die IT oder das Security-Team melden.
Damit reagiert Microsoft auf eine zunehmende Bedrohung: Cyberkriminelle nutzen nicht mehr ausschließlich E-Mails, sondern immer häufiger auch Online-Meetings, um Mitarbeitende zu täuschen, vertrauliche Informationen zu erhalten oder Schadsoftware zu verbreiten.
Warum führt Microsoft diese Funktion ein?
Phishing, Social Engineering und Identitätsdiebstahl finden längst nicht mehr nur im Posteingang statt. Auch in Videokonferenzen versuchen Angreifer, sich als Kollegen, Geschäftspartner oder Dienstleister auszugeben.
Gerade in großen Unternehmen oder bei externen Besprechungen fällt es nicht immer leicht zu erkennen, ob eine Person tatsächlich berechtigt an einem Meeting teilnimmt.
Mit der neuen „Report a meeting“-Funktion können Mitarbeitende verdächtige Situationen künftig sofort an die zuständigen Administratoren melden, ohne Teams verlassen zu müssen.
So funktioniert „Report a meeting“
Microsoft integriert die neue Funktion an zwei zentralen Stellen in Teams.
1. Über das Menü „Weitere Aktionen (…)“ während eines Meetings
Während eines laufenden Meetings befindet sich die Funktion im Menü „Weitere Aktionen (…)“. Dadurch können Teilnehmende einen Vorfall unmittelbar melden, wenn ihnen beispielsweise ein ungewöhnliches Verhalten oder ein verdächtiger Teilnehmer auffällt.

2. Über den Meeting-Chat
Auch nach einer geplanten oder spontanen Besprechung kann ein Meeting direkt über den Kopfbereich des Meeting-Chats gemeldet werden.
Dadurch müssen Vorfälle nicht sofort erkannt werden. Auch nachträglich können verdächtige Aktivitäten an das Sicherheitsteam weitergegeben werden.

Welche Vorfälle können gemeldet werden?
Microsoft nennt unter anderem folgende Beispiele:
- Phishing-Versuche
- Identitätsdiebstahl oder Identitätsvortäuschung
- Social-Engineering-Angriffe
- Betrugsversuche
- Sonstige verdächtige oder sicherheitsrelevante Aktivitäten
Damit erhalten Unternehmen eine zusätzliche Möglichkeit, Sicherheitsvorfälle frühzeitig zu erkennen.
Welche Informationen werden übermittelt?
Wird ein Meeting gemeldet, sammelt Microsoft relevante Meeting-Metadaten sowie begrenzte Kontextinformationen.
Diese Informationen dienen ausschließlich dazu, den Vorfall durch Administratoren oder Security-Teams untersuchen und bewerten zu können.
Unternehmen mit Microsoft Defender for Office 365 Plan 1, Plan 2 oder Microsoft Defender XDR erhalten detaillierte Informationen zusätzlich im Microsoft Defender Portal.
Darüber hinaus stehen gemeldete Vorfälle im Teams Admin Center unter den Protection Reports zur Verfügung.
Welche Vorteile bietet die neue Funktion?
Die neue Meldefunktion bietet Unternehmen mehrere Vorteile:
- Verdächtige Meetings können unmittelbar gemeldet werden.
- Sicherheitsvorfälle gelangen schneller an das Security-Team.
- Administratoren erhalten zusätzliche Informationen zur Untersuchung.
- Phishing- und Social-Engineering-Angriffe können früher erkannt werden.
- Mitarbeitende werden aktiv in die Sicherheitsstrategie des Unternehmens eingebunden.
Gerade in hybriden Arbeitsumgebungen, in denen regelmäßig externe Teilnehmer an Besprechungen teilnehmen, kann diese zusätzliche Transparenz einen wichtigen Beitrag zur IT-Sicherheit leisten.
Was sollten Unternehmen jetzt vorbereiten?
Die Funktion wird standardmäßig aktiviert. Unternehmen sollten den Rollout deshalb frühzeitig vorbereiten.
Empfehlenswert sind insbesondere folgende Maßnahmen:
- Sicherheitsprozesse für eingehende Meldungen überprüfen.
- Einstellungen für Microsoft Defender User Reporting kontrollieren.
- Sicherstellen, dass Security-Administratoren Zugriff auf das Microsoft Defender Portal oder das Teams Admin Center besitzen.
- Mitarbeitende darüber informieren, wann die Funktion sinnvoll eingesetzt werden sollte.
- Schulungsunterlagen sowie Security-Awareness-Materialien aktualisieren.
- Bestehende Incident-Response-Prozesse um gemeldete Teams-Meetings ergänzen.
So kann sichergestellt werden, dass eingehende Meldungen nicht nur erfasst, sondern auch zeitnah bewertet und bearbeitet werden.
Verfügbarkeit
Die Einführung erfolgt schrittweise.
Targeted Release – Anfang August 2026
General Availability (weltweit) – Ab Anfang Oktober 2026
Die Funktion steht für Teilnehmer von Microsoft Teams unter Windows, macOS und im Web zur Verfügung.
Fazit
Mit „Report a meeting“ erweitert Microsoft Teams um eine wichtige Sicherheitsfunktion. Da Angriffe zunehmend auch über Online-Besprechungen erfolgen, erhalten Mitarbeitende eine einfache Möglichkeit, verdächtige Situationen direkt zu melden.
Für Unternehmen bedeutet dies mehr Transparenz, schnellere Reaktionsmöglichkeiten und eine bessere Unterstützung ihrer Security-Teams. Wer Microsoft Teams bereits produktiv einsetzt, sollte die Einführung nutzen, um interne Sicherheitsprozesse zu überprüfen und Mitarbeitende gezielt für den sicheren Umgang mit verdächtigen Meetings zu sensibilisieren.
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